KI killed my Job - oder alles zurück auf Anfang
Jetzt ist es passiert, etwas von dem ich gedacht habe, davor relativ sicher zu sein. Alleine schon wegen meiner Erfahrung und wegen des Themas, über das ich so lange geschrieben habe. Ich wurde von einer KI ersetzt, beziehungsweise von Autoren, die KI Artikel schreiben. Billiger, schneller - das Thema Qualität lasse ich jetzt an dieser Stelle mal offen.
Don't get me wrong, mir ist natürlich bewusst, dass ein Kunde einen Auftrag kündigen kann. Dafür arbeitet man schließlich mit Freelancern. Was mich nur überrascht, ist die Art und Weise. Ich habe sehr lange und sehr gut mit diesem Kunden zusammengearbeitet - und dann wirst du von heute auf morgen ohne Vorwarnung abgesägt und durch eine KI ersetzt.
Danach gabs noch ein paar warme Worte "ja ist halt doof für dich, aber tröste dich, andere hat es auch getroffen. Wir müssen halt sparen". Ob da nicht an der falschen Stelle gespart wird, überlasse ich an dieser Stelle mal der Interpretation eines jeden Einzelnen, der diesen Blog liest. Wertschätzung, selbst wann man sich geschäftlich trennt, sieht für mich allerdings anders aus. Mir geht es jetzt aber auch nicht darum meinen Ex-Kunden bis aufs Blut zu bashen. Aber es wäre gelogen zu sagen, dass es mich nicht etwas frustriert.
Allerdings bin ich natürlich auch nicht frei von Fehlern. Ich habe den Kardinalsfehler gemacht, mich hauptsächlich auf einen Kunden zu verlassen. Tja, das Ergebnis davon war jetzt nicht allzu prickelnd. Ich habe meine Lektion definitiv gelernt und ich sags mal so: Das wird mir definitiv nicht mehr passieren.
Außerdem war ja nicht alles negativ. Ich habe tolle Menschen kennengelernt und es sind zum Teil großartige virtuelle Freundschaften entstanden.
Heldinnenreise Teil 2
Natürlich könnte ich jetzt in Selbstmitleid versinken. Aber damit ist mir nicht geholfen und das zahlt meine Rechnungen auch nicht. Ich muss mich jetzt halt wieder auf Kundensuche machen. Ob ich dabei rein beim Texten bleiben werde, weiß ich allerdings noch nicht. Ich habe ja auch lange Jahre als VA (virtuelle Assistentin) gearbeitet und habe die dementsprechende Erfahrung. Zudem hat mir, auch das gebe ich zu, am Ende doch ein bisschen die Abwechslung gefehlt. Übrigens, es geht hier nicht um meine journalistische Tätigkeit. Das mache ich weiterhin.
Ich habe mein Unternehmen schon mal von null aufgebaut und jetzt fange ich ungefähr wieder bei 2,5 an 😂 (und bringe rund 10 Jahre Erfahrung mehr mit). Mal ganz davon abgesehen, dass ich letztes Jahr mit dem Tod meiner Eltern kurz hintereinander das Schlimmste überstanden habe, das ich mir vorstellen konnte.
Ich werde die Zeit bis zum nächsten Auftrag nutzen, um meine eigenen Sachen wieder etwas voranzutreiben, wie beispielsweise mein neues Blogbaby mein Notizbuchbusiness oder diesen Blog hier. Außerdem werde ich mich weiterbilden, beispielsweise in Copywriting (wobei ich echt noch nicht weiß, ob das was für mich ist) und in WordPress (was bis jetzt noch ein Buch mit sieben Siegeln ist). Kurz zusammengefasst: Ein verlorener Auftrag, so weh es auch tut, birgt auch neue Chancen.
P.S. Vielleicht fange ich mit Pokèmon Sammelkarten an. Das soll ja jetzt schwer im Trend sein.
Übernimmt die KI jetzt die Macht?
Was mir aber viel mehr Gedanken macht, ist die Sache mit der KI. Seitdem ChatGPT und die vielen anderen Tools auf den Markt gekommen sind, sprießen auch die KI generierten Texte wie Pilze aus dem Boden.
Sicher, auch ich nutze ChatGPT gerne und oft (obwohl ich da jetzt echt am Überlegen bin, ob ich das weiterhin tun soll), aber eben nur als Tool und nicht dazu, um komplette Texte oder Bücher zu schreiben. Natürlich ist es bequem, sich einen kompletten Text generieren zu lassen. Geht schnell und macht wenig Arbeit.
Der liest sich auch, im ersten Moment, vielleicht ganz gut. Achtung, jetzt kommt ganz viel Meinung. Eine KI neigt aber dazu, sich ständig zu wiederholen und ständig die gleichen Wörter zu verwenden. In meiner ehemaligen Branche sind das beispielsweise die Wörter "Narrativ", "Momentum" oder "Strategie". Mal ganz davon abgesehen, das ein rein KI generierter Text sich ungefähr so spannend liest, wie eine Steuererklärung am Sonntagvormittag. Ein Fazit am Schluss, das auch mit Fazit betitelt wird, ist übrigens ebenfalls ein ganz starker Hinweis auf einen KI Text.
Was passiert also, wenn ständig das Gleiche in Grün, Gelb und Lila in die Welt geblasen wird? Richtig: der Leser hat irgendwann keine Lust mehr drauf, weil sich alles gleich anhört beziehungsweise liest. Das Fass mit der Datensammlung à la Palantir will ich hier jetzt erst gar nicht aufmachen. KI Texten fehlt, das ist zumindest meine Meinung, die Seele und zwar von Grund auf. Ich hoffe sehr, dass der Trend sich bald wieder dreht und die Kunden den Wert des Texterhandwerks erkennen. Denn Einheitsbrei will doch eigentlich keiner und der performt auf Dauer übrigens auch schlecht. Eine KI Nutzung in Maßen ist für mich völlig okay. Aber nur noch das Gleiche lesen eben nicht.
P.S. Das Titelbild ist natürlich mit Chatty erstellt. Ich habe dafür mehrere Anläufe gebraucht. Auf dem ersten Bild hat beispielsweise die Augenfarbe nicht gestimmt. Chatty hat mir braune Augen verpasst, meine sind aber blau. Ebenso habe ich andere Tattoos und auch das Logo auf dem Shirt stimmt nicht. KI ist also nicht unfehlbar.



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